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Donau 2011

Mündener Ruderverein auf der Donau in Serbien

 

Die letzte große Wanderfahrt des MRV in diesem Jahr war auch gleichzeitig die mit Abstand längste. Mit den vier Mitgliedern Ursel Ries, Günter Grotewold, Kurt Vollmer und Hajo Heinemann war der MRV einer von 11 Vereinen und 26 Personen, die die Strecke von 420 km von Backa Palanka (ca. 40 km oberhalb von Novi Sad) bis Kladovo in 8 Tagen bewältigten. Das Alter der Teilnehmer reichte von 35 bis 78 Jahren. Beim Wanderrudern spielt diese Spanne, aber auch das Geschlecht und die körperliche Leistungsfähigkeit nicht die entscheidende Rolle, solange die Schlagfrequenz von ca. 16 bis 18 pro Minute eingehalten wird. Es gibt wohl nicht sehr viele Sportarten bei denen diese Kombinationen möglich sind. Die vom Bodenwerdener RV dankenswerterweise gestellten 5 Boote mussten nicht nur diese Strecke bewältigen, sondern waren auch noch dem Landtransport über mehr als 3000 km ausgesetzt, was jeweils 2 Tage dauerte.
Der Streckenabschnitt war so gewählt, dass er jede Menge landschaftlicher Abwechslung garantierte. Im 1. Teil waren es weitläufige Auenwälder und Steilküsten, im 2. Teil beeindruckten ganz besonders die Karpatenausläufer. Hier verläuft im Fluss die Schengen-Grenze zu Rumänien. Bei der Weitläufigkeit von bis zu 2 km mag es passiert sein, dass das eine oder andere Boot dieses Gebiet auch unkontrolliert befuhr. Den absoluten Höhepunkt bildete die Durchfahrt durch den Bereich des ‚Eisernen Tores’, wo sich die Fluss teilweise bis auf 200 m verengt und die Berge senkrecht abfallen. Zwar bewirkt seit Beginn der 70-er Jahre der Rückstau durch den ca. 1 km langen Damm eine nur noch geringe Fließgeschwindigkeit, aber es gehört nicht viel Fantasie dazu sich vorzustellen, wie das Wasser sich dort ursprünglich mit bis zu 20 km/h hindurchgequetscht hat. Dieses Flusskraftwerk war seinerzeit das größte der Welt. Jetzt konnten gefahrlos hinreichend Pausen eingelegt werden, um die hinreißende Gegend zu genießen. Da dieser Bereich alle besonders beeindruckte, wurde spontan beschlossen am letzten Tag hier nochmals in Gegenrichtung hindurch zu fahren. Die Alternative wäre die Durchfahrt durch die gewaltige Schleuse (300 m Länge, 34 m Breite und 15 m Fallhöhe) und das Beenden der Fahrt ca. 40 km unterhalb gewesen, was sicherlich anders beeindruckend gewesen wäre.
Das Wetter war phantastisch und bei bis zu 35 Grad lag der Wasserkonsum bei bis zu 3 l pro Person und Tag. Einige male allerdings verwandelte sich die ansonsten spiegelglatte Oberfläche in recht raue See, wenn der Wind von den bis zu 1200 m hohen Bergen abfiel oder Raum genug hatte, über die fast die gesamte Strecke über seeähnliche Donau zu gleiten und Wellen aufzubauen. Dann kamen auch die Pumpen und Schöpfgefäße zum Einsatz. Die sehr vielen Fischerkähne und die unzähligen Kormorane wurden als Hinweis für einen guten Fischbestand gedeutet. Der Schiffsverkehr war nicht nennenswert und ist ganz wesentlich auf die permanenten Ausbaggerungen zurückzuführen. Lange und breite Schubverbänden transportieren den Sand aber wohl nur über recht kurze Strecken. Anders ist es bei den Kreuzfahrtschiffen, die teilweise von Deutschland bis zum Schwarzen Meer fahren. Es gab auch genügend Gelegenheit Land und Leute kennen zu lernen und die regionalen Speisen und Getränke zu kosten, die nicht zuletzt auch durch günstige Preise beeindruckten.

Hajo Heinemann

 

 

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