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Laggo Magiore

Lago Maggiore – ein Rudertraum wird Wirklichkeit

 

Nachdem wir erfolgreich die Vogalonga bestritten haben, wurden die Boote verladen und der Zug setzte sich in Richtung Sesto Calende, am Südzipfel des Lago Maggiore gelegen, in Bewegung. Zu später Stunde stellten wir den Bootsanhänger am Ruderclub ab, um zum Campingplatz Continental in Fondotoce, einem Ortsteil von Verbania – in der Mitte des Lago Maggiore – zu fahren. Um ca. 23:00 Uhr bezogen wir unsere „Camera“ und freuten uns, etwas hungrig aber nicht durstig, auf die bevorstehenden Touren in nach wie vor internationaler Besetzung. Inzwischen waren nämlich auch die Organisatoren aus Turin zu uns gestoßen, so daß wir mit Alberto & Anna, Umberto, Mauro und Mario ausreichend Dolmetscher und Reiseführung zur Verfügung hatten.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Zug nach Sesto Calende, um dort nach dem Abladen und Aufriggern die Tour zu beginnen. Bei Sonnenschein, sehr angenehmen Temperaturen und an einem idyllischen Plätzchen am Bootshaus war dieser Beginn ein typisch italienischer – mit einem Gläschen Prosecco. Locker und leicht ruderten wir damit die erste Etappe am östlichen Ufer entlang nach Angera, wo wir am Ruderclub freundlich empfangen wurden und es uns gemütlich machten. Einige suchten die nächste Trattoria auf, während andere den Besuch einer Gelateria vorzogen. Die Nachmittagsetappe führte uns weiter am Ostufer entlang, bis wir das am Felsen über dem See gelegene Kloster Santa Caterina del Sasso erreichten. Zum Besichtigen reichte die Zeit leider nicht, weil wir den See queren mußten, um zum Ruderverein Pallanza ( die Ortsteile Pallanza und Intra bilden die Stadt Verbania ) zu gelangen.
Da viele Boote unterwegs waren und auch der Wind aufgefrischt hatte, war das kein ganz einfaches Unterfangen, waren wir doch in C-Booten unterwegs und vom ungewohnten Schaukeln etwas angeschlagen.

Wie an allen folgenden Abenden verließen wir uns auf die kulinarischen Empfehlungen und Bestellungen, die Alberto & Anna in wechselnden Lokalen für uns vornahmen. Die Auswahl war dabei typisch italienisch, was aber nicht bedeutet, daß wir nur Nudeln oder Pizza gegessen haben. Nein, italienische Küche ist mehr als das... 4gänge-Menues inkl. Vino und Aqua minerale in unserer „Großfamilie“ genossen... ein Erlebnis in jeder Hinsicht.

 Der Dienstag war dann als Kulturtag vorgesehen, an dem eine kleine Rundreise durch das Piemont, das Tessin und über den Lago Maggiore  gemacht wurde. Mit dem Zug ging es am Morgen nach Domodossola, wo wir in die Schmalspurbahn durch das Val Vigezzo stiegen. Durch kleine Ortschaften und deren Gärten, über tiefe Schluchten „schnaufte und schraubte“ sich die Bahn in die Höhe, wo wir in Santa Maria Maggiore ausstiegen, um uns das Dorf der Maler anzusehen. In einer Kirche zündeten wir dann auch eine Kerze für den in der Nacht geborenen Enkel Fiete Kraft an. Nach dem inzwischen obligatorischen Panino & Vino zum Mittag setzten wir die malerisch anmutende Zugfahrt bis Locarno fort. Dort bestiegen wir den Dampfer nach Pallanza und konnten somit ganz entspannt und gemütlich die Etappenorte der nächsten Tage in Augenschein nehmen.

 Der Mittwoch war dann wieder dem Rudern gewidmet, wenn auch nicht mit vielen Kilometern, dafür mit ganz viel Kultur. Es ging nämlich „nur“ bis zu denBorromeischen Inseln, die der gewöhnliche Tourist mit dem Ausflugsschiff besucht. Wir haben uns diese Kosten gespart und die Ruderboote genommen, was für diese beim „wilden“ Anlegen nicht ganz ungefährlich war. Die Isola Bella ( die „Schöne“ ) glänzt mit einem Palast und einem sehr schön angelegten Garten. Die Isola dei Pescatori ( die Insel der Fischer ) ist die lebhafteste der drei Inseln. Wohnen, Shoppen, Baden, Essen & Trinken – alles ist möglich. Die Isola Madre ist die Garten- und Parkinsel, auf der die Schönheit und Vielfalt der mediterranen Pflanzenwelt zum Ausdruck gebracht wird.
Am späten Nachmittag waren wir dann zum Empfang im Büro des „Nationalen Olympischen Commité“ der Region Piemont. Nach kurzen Ansprachen der Vertreter des NOC, des Tourismusbeauftragten, unseres italienischen „Reiseleiters“ Alberto und dem „Chef“ der deutschen Ruderfamilie ( Detlef auf deutsch und italienisch ) wurden Präsente übergeben und dann das Buffet in Angriff genommen – mmh.
Am westlichen Ufer entlang, geht es am Donnerstag vormittag nach Cannero, wo wir am Badestrand anlegen und den dort Badenden das übliche Schauspiel bieten. Inzwischen sind die Ruderbefehle in allen Sprachen perfekt verinnerlicht, so daß An- und Ablegen in kürzester Zeit und ohne Aufregung klappen. Eine Mittagspause am Strand und in aller Ruhe genossen läßt Kräfte sammeln, mit denen es am windigen Nachmittag nach Cannobio geht. Dort legen wir im kleinen Hafen für Segelboote direkt vor dem Rathaus an, wo wir zum Empfang beim Bürgermeister erwartet werden. Wieder werden Ansprachen gehalten, Präsente ausgetauscht und ein super Buffet ist auch wieder da – lecker. Die Begeisterung, daß eine so große Gruppe, bestehend aus 27 Teilnehmern aus Deutschland, Italien und Frankreich gemeinsam über den Lago Maggiore rudert, kennt offensichtlich keine Grenzen.
Für Freitag liegt dann die „Grenzüberschreitung“ in die Schweiz an. Von Cannobio rudern wir bis zur Isola diBrissago, die wir ausführlich besichtigen ( sehr schöne Gartenanlage mit vielfältiger Flora und Fauna ) und dann Richtung Ascona verlassen. An der „Promi-Promenade“ stranden wir an und genießen die Sommersonne und unser italienisch-schweizerisches Picknick. In der Zwischenzeit frischte der Wind sehr stark auf, so daß wir eilig Ascona verlassen, um hoffentlich wohlbehalten Locarno zu erreichen. Leider werden unsere Italiener von einer Welle, natürlich und selbstverständlich die eines Motorbootes, versenkt. Patschnaß, aber ohne Verluste erreichen Ruderer und Boot schwimmend den Steg des Rudervereins. Dort werden wir herzlich empfangen und beköstigt – Imbiß und gemütlicher Grillabend gehen fließend ineinander über.
Die Rückfahrt von Locarno nach Pallanza schaffen wir am Samstag ohne große Probleme, auch wenn die Sonne brütend heiß vom azurblauen Himmel scheint. Am frühen Nachmittag sind die Boote verladen und die Tour endet wie sie begonnen hat – mit einem Gläschen Prosecco. Ein netter Abend in einer Trattoria in Mergozzobildet den Abschluß einer rundherum gelungenen Tour auf dem Lago Maggiore.

 Theresa Beissel

 

Informationen zur Tour ( Adressen, Streckenbeschreibungen, Logistik ) sind natürlich bei Ursel Ries, Dr.Wilfried Kraft und bei mir zu erfragen. Ebenso ist  Detlef Döhnert vom Ludwigshafener RV ( www über google ) als offizieller Fahrtenleiter bestimmt zu Auskünften bereit.

 

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