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Wanderfahrt auf dem Main vom 29.09. bis 03.10. 2006 29.09.06: Anreise
Um 13:00 Uhr quetschten sich fünf Männer in Gerd Baakes Ford, der den Hänger mit den beiden Vierern „Weichsel“ und „Lahn“ nach Haßfurt zog.Ulrikes Van mit drei Frauen und vier weiteren Männern folgte um 15:00 Uhr nach. Beide Fahrzeuge waren mit Navigationsgeräten ausgestattet, was sich nicht nur bei der Anreise, sondern auch an den nächsten Tagen beim Aufsuchen der Mittags-Rastplätze undder Quartiere als nützlich erwies.Unser erstes Quartier war das Naturfreundehaus in Haßfurt. Es liegt sehr idyllisch direkt am Main. Eine geeignete Einsetzstelle ist gleich nebenan. Das Haus verfügt über eine hervorragende Küche, so dass wir nicht lange nach einer Speisegaststätte zu suchen brauchten. Wir bekamen ein gutes Abendessen auf der Terrasse serviert. Kurt beteuerte mehrfach, er habe noch nie eine so riesige und gutschmeckende Wurstplatte bekommen. Ein Bummel im Dunkeln durch die verwinkelten Gassen der Altstadt mit ihren Raritäten aus vergangener Zeit wie Altes und Neues Rathaus, Ritterkapelle, Stadthalle, Oberer Turm,Unterer Turm, Brückentorturm, schloss sich an. Danach gab es noch einen Absacker in der Gaststube des Naturfreundehauses.
30.9.06 Hassfurt-Wipfeld Wir mussten früh aus den Federn, weil Ursel das selbst zuzubereitende Frühstück auf 7:00 Uhr terminiert hatte. Es waren 39 km in nahezu stehendem Wasser zu rudern und drei Staustufen zu überwinden. Für uns alle war der Main Neuwasser. Umso wichtiger war es, gute Unterlagen über die zu befahrende Strecke zur Hand zu haben. Dafür hatte Ursel wieder einmal in gewohnter Weise gesorgt. Sie hatte die Fahrt bis ins letzte Detail geplant. Schon zu Hause hatten wir Auszüge aus dem Wanderruderführer für den Main und einen Ablaufplan bekommen, so dass wir immer wussten, wohin die Reise ging und –auch ohne Tütennavigation- wo wir uns unterwegs gerade befanden (Tütennavigation: Man geht am Ufer in einen Bäckerladen kauft Brötchen und liest auf der Tüte nach, in welchem Ort der Bäcker wohnt). Auf dem gestauten Main erreichten wir eine Geschwindigkeit von 9 – 10 km/Std. Der Main ist sehr breit, die Begegnungen mit der Großschiffahrt gestalteten sich problemlos Wir genossen die schöne Mittelgebirgslanschaft mit ihren hübschen verträumten Ortschaften. Manchmal konnten wir lediglich die Kirchtürme über den dichten, hohen Uferbewuchs hinwegschauen sehen.Das milde Spätsommerwetter machte die Ruderei zu einem echten Vergnügen. Als dann oberhalb von Schweinfurt die ersten Weinberge in Sicht kamen, war das Bild, das man sich von einer Ruderwanderfahrt in Weinfranken macht, komplett. Unsere Mittagsrast machten wir auf dem Gelände des noblen Schweinfurter RC Franken. Die von Ursel und Piete mitgebrachten selbst gebackenen Kuchen kamen dabei besonders gut an. Vor der Schleuse Schweinfurt mussten wir warten, bis ein großes, 110 m langes Kreuzfahrtschiff auf seinem Weg vom Rhein zur Donau zu Berg geschleust hatte. So etwas sieht man bei uns auf der Weser dann doch nicht. Am ersten Tag wurden wir nach telefonischer Anmeldung an allen drei Staustufen in den 300 m langen Schiffsschleusen allein oder mit der Berufsschiffahrt mitgeschleust. Das erspart etwas Zeit, weil man in den 12,50 x 2,50 m kleinen Bootsschleusen die beiden Vierer nacheinander schleusen muss. Die Nachmittags-Etappe wurde leicht bewältigt. Gegen 17:00 Uhr legten wir nach 39 geruderten km in Wipfeld an. Der erste Durst wurde im Biergarten unseres Gasthofes „Ankerstuben“ bei einem Radler gelöscht. Nebenan konnten wir ein Brautpaar mit Hochzeitsgesellschaft vorbeiflanieren sehen. Peter W. wurde dazu von einem Fernsehteam interviewt. Er sollte sich u.a. dazu äußern, wie man 50 Jahre lang mit derselben Frau eine glückliche Ehe führen kann. Nach einer Ortsbesichtigung gab es ein vorzügliches Abendessen. Lediglich der von drei Leuten gewählte Kalbskopf war – wie der Wirt schon bei der Bestellung erklärt hatte – etwas gewöhnungsbedürftig. Einige Damen und Herren wechselten später noch in eine Häckerwirtschaft, um den guten Frankenwein zu kosten. Von dort zurückgekehrt, erzählte uns Bernd, wir dürften jetzt Ursel auch mit Ulla anreden
01.10.2006: Wipfeld - Kitzingen. Der Start in Wipfeld verzögerte sich. Die Schleuse teilte mit, sie dürfe wegen einer im Oberwasser treibenden Leiche nicht schleusen. Ein Hubschrauber, Feuerwehr und DLRG suchten den Main ab. Nachdem die Leiche im Wehrarm gesichtet worden war, durften wir die Schiffsschleuse benutzen. Bei wiederum besten Wetter erreichten wir Volkach. Hier unterbrachen wir die Fahrt, um zur nahegelegenen kleinen Wallfahrtskirche Maria im Weinberg zu wandern. Wir bewunderten die weltberühmte „Maria im Rosenkranz“, eine lebensgroße Madonnenstatue, 1521 von Tilman Riemenschneider geschnitzt. Zurück bei den Booten lag jetzt das sogenannte Sahnestück des Mains vor uns: Die 9 km lange Mainschleife. Die Großschiffahrt wird hier durch einen Durchstich geführt, so dass man den Main in seinem ursprünglichen Bett so erleben kann, wie er vor der Kanalisierung überall ausgesehen hat. Zunächst aber musste die Staustufe Astheim mit einer sehr lahmen Bootsschleuse unter großem Zeitaufwand zweimal überwunden werden. Als das endlich geschafft war, ging es im Altmain bei flotter Srömung zügig voran. Gegenüber von Escherndorf, dem bekannten Weinort mit seiner berühmten Weinlage Escherndorfer Lump machten wir am Nordheimer Ufer eine verspätete Mittagsrast. Hoch über den Weinbergen thronte die Vogelsburg, die wir wegen des großen Zeitverlustes nicht mehr besichtigen konnten. Weiter ging’s Richtung Kitzingen, die meisten Kilometer wieder im gestauten Main. Von backbord grüßten die imposanten Türme der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach herüber. Es war fast 19:00 Uhr als wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit nach 36 geruderten km den Steg des RC Kitzingen erreichten. Hier erwartete uns der Vertreter des RC, Herr Heiner Sauer. Er zeigte uns im Vereinsgebäude die Schlafplätze und Duschen und führte uns später im Rahmen einer kleinen Stadtbesichtigung zu einem guten Abendessen in den Bayrischen Hof, in dem er einen langen Tisch in einem separaten Raum für uns vorbestellt hatte. Danach saßen wir noch bis nach Mitternacht mit Heiner Sauer im Hof des Kitzinger RC bei einem Feuer um Außenkamin an gedeckten Tischen unter großen Kastanien und durften die hervorragenden Weine aus dem Weinkeller des RC genießen. Für diese außergewöhnliche Betreuung möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bei Heiner Sauer bedanken.
02.10.2006: Kitzingen – Würzburg Nach verhältnismäßig kurzer Nachtruhe brachen wir in Richtung Würzburg auf. Es hatte über Nacht geregnet und der Himmel versprach weiteren Regen. Bis zu unserer Mittagsrast am Steg des RV Ochsenfurt hielt das Wetter. Wir schleusten an zwei Staustufen in den Bootsschleusen, was nach unseren Erfahrungen in Astheim viel schneller als erwartet funktionierte.. Gerd Baake betätigte sich als Schleusenmeister. Er machte seine Sache so gut, dass wir ihm empfahlen, sich beim WSA Hann.Münden als Schleusenbeamter zu bewerben. Gerd meinte, sein Arbeitsplatz sollte dann aber die Werraschleuse Münden sein, damit er den Dienst von zu Hause aus erledigen könne. Die zweite Etappe ab Ochsenfurt machte keinen rechten Spaß, denn es begann zu regnen, zunächst leicht, dann aber immer heftiger, so dass wir nach 33 geruderten km bei strömendem Regen am Steg des RC Würzburg ankamen. Daher:Schnell die Boote aus dem Wasser und mit den Autos ab in die Jugendherberge. Nach dem Duschen wanderten wir mit Regenjacken und Schirmen bewaffnet über die alte Mainbrücke, vorbei an den vielen Brückenheiligen und vorbei am Dom in die Stadt. Von der Brücke aus warfen wir einen Blick in die Schleusenkammer, die wir am nächsten Tag auf unserer letzten Etappe bis Karlstadt passieren wollten. Würzburg besitzt eine wunderschöne Innenstadt, doch bei Dunkelheit und Dauerregen verzichteten wir auf eine größere Stadtbesichtigung. Der Hunger trieb uns in das altehrwürdige Bürgerspital zum Abendessen. Später wechselten wir in das gemütlich Gasthaus „Zur alten Mainmühle“ direkt an der alten Mainbrücke. Irgendwie spürten wohl alle, dass die letzte Etappe am nächsten Tag ins Wasser fallen würde und so wurden einige Schoppen Frankenwein mehr getrunken als üblich. Es wurde ein sehr lustiger Abend, der erst kurz vor 1:00 Uhr endete. Und wenn die Jugendherberge nicht um 1:00 Uhr geschlossen hätte, wären wir sicher noch länger geblieben.
03.10.2006: Heimreise Beim Aufstehen hörten und sahen wir, dass es nach wie vor wie aus Eimern goss. Zum vereinbarten Frühstückstermin um 7:30 Uhr waren lediglich die Damen pünktlich erschienen. Die meisten Herren leisteten sich eine Verspätung von bis zu 1 ½ Stunden. Für diese Disziplinlosigkeit entschuldigte sich der Berichterstatter später bei Ursel. Da keine Aussicht auf Wetterbesserung bestand, wurden die Boote abgeriggert und verladen. Der Anhänger blieb beim RC Würzburg stehen und wir fuhren mit den Autos hoch auf die Festung Marienberg. Aber auch hier verdarb uns der Regen ein bisschen die Freude am Rundgang über die Festungsanlage. So trafen wir uns noch einmal in einer Gaststube bei einer Tasse Kakao. Peter bedankte sich bei Ursel für die ausgezeichnete Organisation dieser interessanten und ereignisreichen Wanderfahrt und überreichte Ursel ein kleines Dankgeschenk: Ursel bedankte sich bei Ulrike und Gerd dafür, dass sie ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellten. Danach spannte die Besatzung des Zugwagens den Anhänger an und machte sich auf die Heimreise. Die Ulrike-Crew fuhr noch von der Festung auf den Nachbarberg, um das Käppele, eine von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtskirche, zu besichtigen. Beide Autos kamen fast gleichzeitig am Nachmittag bei unserem Bootshaus an.
Die Teilnehmer/innen: Iris Hechler-Bartels, Ulrike Ottweiler, Ursel Ries, Gerd Baake, Hans-Dieter Haffke, Hans-Peter Jess, Klaus Kornau, Tim Schmidt, Klaus Seifferth, Bernd Urlaub, Kurt Vollmer, Peter Weckop
Peter Weckop
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