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Ostsee

Reisebericht Dänemark-Fahrt nach Hejsager, 19. bis 24. August 2007

In erwartungsvoller Vorfreude starteten wir vom MRV am Sonntag, dem 19. August, um 10:00 h (tatsächlich: 10:00 h in der Frühe von Hannoversch-Münden) aus und hatten trotz des vielen Ferien-Rückreiseverkehrs eine unproblematische Fahrt bis Neumünster. Dort haben wir Detlef vom Ludwigshafener Ruderverein von 1878 aufgenommen, der sich von vornherein in die Rudergemeinschaft eingefügt hat. Er ist uns bekannt von einer gemeinsamen Rudertour in Venedig und einer gemeinsamen Werra-Fahrt Ende April. Widererwarten war die Bundesbahn pünktlich, und wir trafen uns wie vereinbart am Hauptbahnhof in Neumünster. Der Rest der Anreise nach Hejsager verlief unproblematisch. Am frühen Abend bezogen wir das Sommerhaus des DRH (Deutscher Ruderverein Hadersleben).

Am Montag
machten wir uns bei durchwachsenem Wetter gegen 11:00 h mit der Seegig „Rügen“ auf den Weg zur Insel Barsø. Wegen widriger Windverhältnisse gaben wir den Plan, Barsø zu umrunden, auf und gingen am Fähranleger an Land. Da der Wind am Nachmittag nicht abflaute, ließen wir das Boot am Strand zurück. 
Den Nachmittag verbrachten wir damit, allen Führerscheininhabern die Genehmigung zu verschaffen, den Leihwagen fahren zu dürfen. Nach dem Erwerb von Matjesheringen war ein äußerst leckeres Abendessen gesichert. Abends besuchten uns Angelika und Dieter vom DRH; die Wiedersehensfreude war groß. Im Laufe des Besuches erzählten sie uns etwas über die deutsch-dänische Geschichte des 19. Jahrhunderts, woraus sich interessante Gespräche ergaben.

Am Dienstag
war uns Neptun immer noch nicht gewogen; dennoch machten wir uns mit der „Rügen“ auf den Weg nach Åbenrå. Wir arbeiteten uns durch rollende See und gischtgekrönte Wellen und kamen gegen Ende mit starkem Schiebewind wohlbehalten beim deutschen Ruderclub in Åbenrå an.
Nach kurzer Mittagspause fuhren wir zum Ruderclub Haderslev und ruderten mit zwei DRH-Booten. Heftige Schiebewinde machten uns die Hinfahrt auf dem Haderslev Dam leicht und erschwerten die Rückkehr zum Bootshaus. Bevor wir wieder anlegten, unterquerten wir die Straße nach Kolding und umrundeten die Fontäne. Hier war es nicht ganz leicht auszumachen, ob uns nun die Fontäne oder der einsetzende Regen nässten – das Ergebnis war das gleiche.
Ein guter Kaffee und ein noch besserer Kuchen im Sommerhaus brachten die gute Stimmung für den Rest des Tages zurück.

Verheißungsvoll begann der Mittwoch: denn uns erwartete ein Zwischenhoch, allerdings von nur sehr kurzer Dauer. Von Åbenrå stachen wir mit der Rügen bei strahlendem Sonnenschein in ruhige See. Nach der Mittagspause am Barsøer Fähranleger setzten wir die Ruderfahrt in Erwartung eines sonnigen Nachmittags fort mit dem Ziel, nach der Umrundung von Barsø das Boot zu den heimischen Gestaden zu bringen. Dann brach das unberechenbare Ostseewetter mit Regensturm und aufgewühlter See über die Mannschaft herein. Das Handyzeitalter machte es möglich, den Landdienst in eine ruhige Bucht zu dirigieren, um die am Ende ihrer Kräfte stehende Mannschaft zu bergen und in die wärmende Ruderhütte zu bringen. Am Abend wurde die Mannschaft durch ein köstliches Essen mit Labskaus und intravenös verabreichtem Bier reanimiert.

Heute am Donnerstag
erlebten wir endlich den in der Planung verheißenen Bilderbuchtag mit blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und spiegelglatter Ostsee. Verhielt sich das Meer am Vortage noch lebensbedrohlich, so verwöhnte es uns heute durch paradiesische Verhältnisse: Am Vormittag umrundeten wir nochmals  Barsø; diesmal stammten die Wellen nur von unserem Boot. Unterwegs glitten wir über Felder voller farbloser und roter Quallen. Angesichts spiegelglatten Wassers beschlichen den Landdienst des Vortages Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit der Berichte der Mannschaft über lebensbedrohliche Meeresverhältnisse bei der Barsø-Umrundung tagszuvor.
Den krönenden Abschluss bildete am Nachmittag ein Ausflug der gesamten Mannschaft mit zwei Booten zur Steilküste vor Arø unter sachkundiger Führung von Dieter Hellmann vom Deutschen Ruderclub Haderslev. Bei einem gemütlichen Grillabend auf der Terrasse ließen wir zusammen mit unseren dänischen Ruderfreunden, darunter Angelika und Dieter, die Tour ausklingen.

Auf der Rückfahrt am Freitag
machten wir einen Abstecher in die dänische Geschichte mit der Besichtigung des Schlosses Grafenstein. Mutige probierten suare Grafensteiner Äpfel. Die Ochseninsel in der Flensburger Förde hoben wir für die nächste Dänemark-Tour auf.

Die Teilnehmer danken Ursel für die perfekte Organisation, Theresa und Hajo für die tatkräftige Unterstützung mit einem dreifach Hipp Hipp Hurra!
Teilnehmer:
Ursel Ries, Theresa Beissel, Kurt Vollmer, Eckart Bartels, Hajo Heinemann, Wilfried Kraft, Detlef Döhnert a. G. vom Ludwigshafener Ruderverein
 

Eckhart Bartels

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