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Peene-Wanderfahrt

                 Mündener Ruderer auf “Neuwasser”                                               

Wanderfahrt des MRV auf Peene und Haff: 11. -16. August 2004

Man sollte meinen, in der über 90-jährigen Vereinsgeschichte des MRV seien alle mit Ruderbooten befahrbare Wasserreviere in Deutschland erschlossen. Besonders seit dem Fall der Grenze zwischen Ost und West tun sich in den neuen Bundesländern neue, reizvolle Ziele auf, besonders in und um Berlin, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Elf Mitglieder des MRV unternahmen eine 6-tägige Ruderwanderfahrt auf „Neuwasser", und zwar auf der mecklenburgischen Peene. In einem Dreier und einem Vierer, jeweils mit Steuerleuten, wurde in Dahmen am Malchiner See gestartet. Das Ziel war die Südküste der Insel Usedom an der Mündung der Peene ins Stettiner Haff. Jeweils zwei Teilnehmer hatten im „Landdienst" die Bootsmannschaften zu begleiten und zu verpflegen. Übernachtet wurde in einem Hotel (Loitz, Hotel am Markt) und in Bootshäusern (Kanuclub Malchin und Ruderverein Anklam).

Jede der vielen vom MRV durchgerührten Wanderfahrten enthält Besonderheiten, die durch geographische Gegebenheiten, Wasser, Wetter und durch die beteiligten Menschen bestimmt werden. Die Peenewanderfahrt verläuft zwischen engen Schilf-, Wald- und Binsenufern, durch Auwälder, Altwas­serarme, weite Strecken abgeschieden vom Verkehrslärm.

Es kommen Worte des Schriftstellers Georg Britting in den Sinn, mit denen er in einer Kurzgeschichte -auf die Donau bezogen- die Stimmung schildert: „ ... Das sind grünschwarze Tümpel, von Weiden überhangen, von Wasser­jungfern übersurrt,... kleine und große Weiher, Altwasser, wie man es in der Gegend nennt. ... Und wie heiß es hier im Sommer ist! Die Weiden schlucken den Wind, der draußen über dem Strom immer geht."

Malchiner See (Länge 9 Km) und Kummerower See (10 Km) im Oberlauf der Peene sind durch die Eiszeit entstandene sog. Zungenbeckenseen. Weite Getreidefelder, Buchenwälder und relativ hohe Moränenzüge fallen bei einer Ruderwanderfahrt besonders denjenigen auf, die den „Landdienst" versehen und sich bei der Fahrt im Auto über wechselnde Landschaftsformen, Straßenbiegungen, Gefäll- und Steigungsstrecken wundern. Dafür erleben die „Bootleute" eine große Vielfalt von Gehölzen und blühenden Sträuchern an den Ufern, die den Blick in die Feme verdecken, und überraschend zeigen sich zwischen Baumwipfeln ein spit­zer Kirchturm und rote Dächer.

Ab Anklam fließt (oder steht) die Peene als Bundeswasserstraße die letzten 10 Km durch mooriges Gelän­de. Der meist auflandige Wind kündigt freieres Gewässer an. Vor Usedom gingen wir auf Ostkurs, ruderten an der weithin sichtbaren markanten Stahlträgerkonstruktion der ehemaligen Eisenbahnhubbrücke bei Karnin vorbei und erreichten unseren Ziel- und Wendepunkt in dem zum Usedomer See führenden Kanal. Auf der Rückfahrt lohnt ein Abstecher in den kleinen Hafen von Karnin. Hier besteht die Möglichkeit, im ehemaligen Bahnhofsgebäude einzukehren und das Eisenbahnmu­seum zu besuchen.

Der letzte Tag bescherte uns ein Novum als Kontrastprogramm: Auf Fahrrädern wurde die Usedomer Ost­seeküste zwischen den Seebädern Ahlbeck und Koserow erkundet.

Abschließend einige Erfahrungen und Tipps für „Nachahrnungsruderer":

Das jahreszeitlich bedingte Wetter im August war sonnig, zeitweise heiß; es gab auch Regen, der infolge      der  hohen Temperaturen kaum störte.

Die Stelle zum Einsetzen der Boote in Dahmen auf dem Gelände eines Fischerei betriebe s (und der sich          anbietende Verzehr v. schmackhaftem Fisch) sind zu empfehlen.

 Eine Situation zum Anlegen von Rettungswesten war nie gegeben. Aber es kann auf Dahmer See,                   Kummerower See und Haff bzw. Peenestrom und Achterwasser wetterbedingt auch anders kom­men.

 Die Einteilung der Gesamtroute in Halbtagesetappen von ca. 20 Km hat sich bewährt. I.Tag: Anreise;              Dahmen-Malchin (17 Km); 2. Tag: Malchin-Trittelwitz (22), Trittelwitz-Loitz (20); 3. Tag:                                      Loitz-Jarmen (21), Jarmen-Anklam (27); 4. Tag: Anklam-Einfahrt Usedomer See-Anklam (40); 5. Tag:                 Altemativprogramm (Radtour) auf Usedom; 5. Tag: Rückreise

Die Beherbungsangebote (Luftmatratzen mitbringen) in den Bootshäusern des KC-Malchin und des               RV-Anklam konkurrieren nicht mit Hotelstandards, aber sie sind gut.

Fazit: Eine Ruderwanderfahrt auf der Peene und den anschließenden Außengewässern ist erlebnis- und abwechslungsreich und sollte von Rudervereinen, die auf der Suche nach Neuwasser sind, in die Planung aufgenommen werden. Wir geben gern weitere Informationen.

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