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Weichsel 2011

Mündener Ruderverein auf Tour im Nordosten von Polen

Als Teil einer Gruppe von 23 Personen aus sechs Vereinen beteiligten sich fünf Mitglieder des MRV (Dagmar Heinemann, Rita Kraft, Ursel Ries, Hajo Heinemann, Wilfried Kraft und Kurt Vollmer) an dieser von einem Essener Ruderverein (ETUF) organisierten Tour, die sich über sieben Rudertage erstreckte. Der Start erfolgte in Bromberg auf der Brahe, einem Nebenfluss der Weichsel. Auf dieser ging es weiter über HannMündens Partnerstadt Kulm an Graudenz’ prächtiger Altstadt vorbei auf die Nogat, einem der Mündungsflüsse der Weichsel bis nach Elbing. Die Vorbeifahrt an der Marienburg über fast einen Kilometer bei besten Wetterbedingungen – wie nahezu auf der gesamten Reise – beeindruckte auf dieser Teilstrecke besonders. Das Landschaftsbild ist bis dahin fast allen Teilnehmern von früheren Touren auf der Weichsel bekannt gewesen. Aber die Naturbelassenheit dieses gewaltigen Stromes, teilweise über einen halben Kilometer breit, ist für Wassersportler immer wieder sehr beeindruckend. Für Daggi war es sehr nostalgisch an der Stätte der Kindheit Ihres Vaters hinter der Brücke in Fordon vorbei zu rudern. Wegen des stark schwankenden Wasserstandes wird der Fluss von der Berufschifffahrt kaum mehr benutzt und die wenigen Angelkähne fallen kaum auf, so dass man dieses riesige Wassergebiet mehr oder weniger für sich alleine hat. Wasserzeichen am Ufer; die zu erkennen oft alle Aufmerksamkeit erfordern, weisen den Weg an den überall vorhandenen Sandbänken entlang. Sie prägen die Gegend nachhaltig und vermitteln teilweise das Gefühl nahezu senkrecht von einem Ufer zum anderen fahren zu müssen. Die jeweiligen Steuerleute in den vier Vierern waren hier besonders gefordert und ihr Tun wurde oftmals von der restlichen Besatzung spöttisch zweifelnd hinterfragt. Aber schon auf Teilen der Nogat änderte sich das Naturerlebnis total, insbesondere deswegen weil sie teilweise sehr schmal ist und man mit der Vogelwelt und ihrem Gezwitscher eins zu sein scheint. Von Elbing führte die Route südwärts durch den Oberländischen (Elblaski) Kanal bis etwas westlich von Osterode. Dieser Wasserweg verbindet die zahllosen Seen miteinander und wird schon lange nur noch touristisch genutzt. Seine Besonderheit sind fünf Schienen geführte Rampen, die insgesamt eine Höhe von ca. 100 m überwinden. Sie sind die am längsten sich in Betrieb befindenden Schiffs-Hebewerke (seit 1860) der Welt. Die Boote werden mit Wasserkraft über Land gezogen, ein Abenteuer der ganz besonderen Art. Auf einer dieser Transporte wurde ein Ausflugsschiff in Gegenrichtung überführt, was für alle noch einen besonderen Höhepunkt darstellte. Am Ende dieser Etappe wurden die Boote über etwa 70 km wieder an die Weichsel verbracht und in Höhe der Nogat-Abzweigung eingesetzt. Zwei Tage danach wurde Danzig erreicht und mit einer Durchfahrt an der Altstadt entlang endete die Tour quasi vor dem Krantor. Dieses Erlebnis war dann der letzte Meilenstein aus der Rollsitzperspektive von einer überaus beeindruckenden Ruderfahrt über insgesamt 370 km. Die weitere Besichtigung von Danzig hinterließ nachhaltige Eindrücke bei allen Beteiligten, wobei einige sich nicht scheuten, die ca. 400 Stufen auf den Turm der Marienkirche auch noch zu bewältigen, um von dort nicht nur die prächtige Stadt zu bewundern, sondern auch Teile der letzten Etappe aus der 3. Dimension nachvollziehen zu können.

 

 

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